Berichte > Jahr der Mathematik 2008



Mit Mathe vom Himmel auf die Erde -
ein Projekt zum "Jahr der Mathematik 2008"

Aufnahmeserie des Asteroiden "Alkmene"
Aufnahmeserie des Asteroiden "Alkmene".
Man erkennt den Kleinplaneten in der Bildmitte an seiner Bewegung.


Astro-AG (Foto: Marcel Klein)
Berechnung des Bahnellipse durch die
Astro-AG der Heinrich-Heine-Realschule
(Foto: Marcel Klein)


Darstellung der Bahn auf dem Stadtplan (Foto: Marcel Klein)
Darstellung der Bahn auf dem Stadtplan
(Foto: Marcel Klein)


Vermarkung durch das Katasteramt Hagen (Foto: Michael Berwe)
Vermarkung durch das Katasteramt Hagen
(Foto: Michael Berwe)


Menschenkette im Hagener Volkspark (Foto: Manfred Brinks)
Menschenkette im Hagener Volkspark
(Foto: Manfred Brinks)

Anlässlich des diesjährigen Wissenschaftsjahres beteiligte sich die Sternwarte Hagen und die Astronomie-AG der Heinrich-Heine-Realschule, zusammen mit dem Amt für Geoinformation und Liegenschaftskataster, mit einem einmaligen Projekt beim "Jahr der Mathematik 2008".

Ziel des Projektes war die Beobachtung und Vermessung eines Kleinplaneten aus unserem Sonnensystem. Als Kleinplaneten oder auch Asteroiden bezeichnet man eine enorme Ansammlung von Himmelskörpern, die zwischen den Planeten Mars und Jupiter ebenfalls die Sonne umrunden. Diese Asteroiden können mit einem Teleskop beobachtet werden.

Der im Projekt behandelte Asteroid mit dem Namen "82 Alkmene", im Jahre 1864 in Düsseldorf entdeckt, wurde durch das große Teleskop der Sternwarte Hagen beobachtet und mittels einer lichtempfindlichen CCD-Digitalkamera fotografiert. Über einen Zeitraum von ca. einem Monat wurden an mehreren Abenden Fotos erstellt. Durch die Kombination der Aufnahmen (siehe Animation links oben) erkennt man, dass der Kleinplanet Alkmene vor den anderen Sternen, die im Hintergrund stehen, her wandert.

Im Anschluss wurden die gewonnenen Daten von der Astronomie-AG der Heinrich-Heine-Realschule, einer Schülergruppe, die sich auch sonst regelmäßig zu der zum Schulunterricht gehörenden Arbeitsgruppe an der Sternwarte trifft, ausgewertet und die wahre elliptische Bahn des Kleinplaneten durch unser Sonnensystem konnte so aus den vorher erstellten Beobachtungen berechnet werden.

Nun besitzt die Stadt Hagen das weltweit erste, begehbare Planetenmodell, entstanden in den 1960er und 1970er Jahren. Im gesamten Innenstadtbereich sind Bronzeplatten im Boden eingelassen, welche die Größenverhältnisse in unserem Sonnensystem maßstabsgerecht "begreifbar" machen sollen.

Was lag also näher, als die berechnete Bahn des Asteroiden "Alkmene" nun auch maßstabsgerecht in das Hagener Planetenmodell einzubringen?

Dieser Höhepunkt des Projektes fand am 28.05.2008 im Volkspark Hagen statt, denn die von den Schülern errechnete Bahn der Alkmene verläuft eben genau durch den Volkspark.

Unterstützung beim Vermarken bekamen wir durch die Auszubildenden des Hagener Amtes für Geoinformation und Liegenschaftskataster, welche die Bahn des Kleinplaneten mit professionellen Messgeräten zentimetergenau in das Planetenmodell eingemessen und vermarkt haben. Keine leichte Aufgabe, denn es handelt sich natürlich nicht nur um eine Gerade, sondern die Asteroidenbahn verläuft elliptisch um den Hagener Rathausturm, wo sich gemäß Planetenmodell die Sonne befindet.

Es mussten also zahlreiche Punkte im Volkspark vermessen werden, welche später mit Markierungsstangen und Erdnägeln festgemacht wurden. Zieht man nun einen Bogen durch alle Markierungspunkte, erhält man die elliptische Bahn der Alkmene bzw. einen Teil der Umlaufbahn, denn es konnte natürlich nur ein Ausschnitt des kompletten Orbit um den Rathausturm dargestellt werden. Dieser Bogen wurde dann mit Flatterband sichtbar gemacht.

Als besonderes Highlight versammelten sich anschließend fast 200 Schüler der Heinrich-Heine-Realschule Boelerheide im Volkspark, welche die Bahn des Kleinplaneten "82 Alkmene" in Form einer Menschenkette sichtbar machten. Alle Schüler sind freiwillig erschienen und hatten sichtlich Spaß bei der Aktion.

Die gesamte Aktion fand im Rahmen des [Wissenschaftsjahres 2008] statt (Motto: "Mathematik. Alles was zählt) und wurde beim Bundesministerium für Bildung und Forschung als Projektvorschlag mit dem Namen "mit Mathe vom Himmel auf die Erde" eingereicht. Die Jury, unter der Leitung des Gießener Mathematik Professors Albrecht Beutelspacher, fand die Idee so gut, dass sie aus ca. 400 Einsendungen ausgewählt und mit einem Preisgeld von 1.000 Euro prämiert wurde.


Weitere Infos:

-- [Fotos zum Projekt]
-- [Planetenmodell Hagen]
-- [Amt für Geoinformation und Liegenschaftskataster]
-- [Heinrich-Heine-Realschule]
-- [Jahr der Mathematik]



(c) Arbeitsgemeinschaft Volkssternwarte Hagen e.V. | Startseite | Kontakt | Impressum