Meteoriten-Ortungskamera

Meteoriten-Ortungskamera (Foto: Marcel Klein)
Meteoriten-Ortungskamera (Foto: Marcel Klein)

Als drittes Standbein ihrer wissenschaftlichen Arbeit (neben der Wetterstelle und der Kleinplanetenbeobachtung) betreibt die Volkssternwarte Hagen in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) auf dem Dach der Sternwarte eine Meteoriten-Ortungskamera. Hiermit werden jede Nacht eventuell auftretende helle Sternschnuppen, die sog. Feuerkugeln fotografiert.

Die Kamera arbeitet dabei nach folgendem Prinzip: Die im Sonnensystem umherfliegenden Gesteinsbrocken unterschiedlicher Größe werden durch die Erdanziehungskraft “angesaugt” und treten mit hoher Geschwindigkeit in die oberen Schichten der Erdatmosphäre ein. Durch den plötzlich in unserer Atmosphäre auftretenden Luftwiderstand werden die Meteore so stark abgebremst, dass sie sich durch die Reibungshitze sehr stark erwärmen und anfangen zu glühen. Dieses Leuchten kann von der Erde aus als helle und schnell über den Himmel ziehende Strichspur beobachtet werden und wird im Volksmund “Sternschnuppe” genannt.

Meteoriten-Ortungskamera von oben (Foto: Jürgen Tiedtke)
Meteoriten-Ortungskamera von oben (Foto: Jürgen Tiedtke)

Da man die Himmelsregion, in der ein Meteor zu sehen ist, im allgemeinen nicht vorhersagen kann, muss der gesamte sichtbare Himmel beobachtet bzw. fotografiert werden. Dies funktioniert bei unserer Meteorkamera mit Hilfe eines konvex gewölbten Spiegels, welcher den gesamten Himmel abbildet – vom Horizont bis hinauf zum Zenit (siehe Bild links). Auch kann die Zeit nicht vorherbestimmt werden, in der ein Meteor sichtbar ist. Es können quasi pro Nacht manchmal nur ein bis zwei “Sternschnuppen” gesichtet werden, teilweise aber auch sogar bis zu mehrere hundert pro Stunde. Um alle Meteore erfassen zu können macht die angeschlossene Kamera in jeder Nacht genau eine Aufnahme auf Negativfilm – per Langzeitbelichtung. Am Abend, kurz nach Sonnenuntergang öffnet sich der Verschluss der Kamera und am Morgen, kurz vor Sonnenaufgang schließt er sich wieder. Fallen in einer Nacht beispielsweise fünf Meteore, sind auf dem Foto später fünf Strichspuren zu erkennen.

Mit den gewonnenen Aufnahmen des gesamten Meteorkamera-Netzes des DLR, welches sich über ganz Deutschland und einige angrenzende Länder erstreckt, kann der ungefähre Einschlagsort des Meteoriten berechnet werden. Im Jahre 2002 konnte durch die Auswertung der Bilder des Meteorkamera-Netzes ein Meteorit im Süddeutschen Raum (nahe Schloss Neuschwanstein) gefunden werden.

Feuerkugel am 25.08.2019 (Foto: Meteorkamera der Sternwarte Hagen)
Feuerkugel am 25.08.2019 (Foto: Meteorkamera der Sternwarte Hagen)

Diese Archiv-Aufnahme unserer Meteoriten-Ortungskamera zeigt eine Feuerkugel rechts der Mitte als helle, unterbrochene Strichspur. Der auf der linken Seite leicht gebogene Strich ist die Bahn des Mondes. Grund dafür ist die Drehung der Erde, mit der sich ja auch die Kamera mitdreht. Während der stundenlangen Belichtungszeit bilden Mond und Sterne dann lange, sog. Strichspuren.