Meteor-Ortungskamera

Im Mai 2022 hat das DLR den Betrieb seines Feuerkugelnetzes eingestellt. Unsere im Folgenden beschriebene Kamera ist seitdem nicht mehr aktiv und wurde demontiert. Die Informationen haben somit nur noch historische Bedeutung.

Meteor-Ortungskamera (Foto: Marcel Klein)
Meteor-Ortungskamera (Foto: Marcel Klein)

Als weiteres Standbein ihrer wissenschaftlichen Arbeit (neben der Wetterstation und der Kleinplanetenbeobachtung) betrieb die Volkssternwarte Hagen von 1989 bis 2022 in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) auf dem Dach der Sternwarte eine Meteor-Ortungskamera. Hiermit wurden jede Nacht eventuell auftretende sehr helle Sternschnuppen, die sog. Feuerkugeln oder Boliden fotografiert.

Diese aus dem Sonnensystem stammenden Geteins- oder Metallbrocken unterschiedlichster Größen treten mit hoher Geschwindigkeit in die oberen Schichten der Erdatmosphäre ein. Durch den plötzlich in unserer Atmosphäre auftretenden Luftwiderstand werden die Meteore so stark abgebremst, dass sie sich durch die Reibungshitze sehr stark erwärmen und anfangen zu glühen. Dieses Leuchten kann von der Erde aus als helle und schnell über den Himmel ziehende Strichspur beobachtet werden und wird im Volksmund „Sternschnuppe“ genannt.

Ein Artikel u.a. über die Meteorkamera ist auf Seite 17 der Festschrift zum 40-jährigen Jubiläum der Volkssternwarte Hagen (1995) zu finden, die hier als PDF-Datei zum Download bereit steht.

Meteor-Ortungskamera von oben (Foto: Jürgen Tiedtke)
Meteor-Ortungskamera von oben (Foto: Jürgen Tiedtke)

Da man die Himmelsregion, in der ein Meteor zu sehen ist, im allgemeinen nicht vorhersagen kann, muss der gesamte sichtbare Himmel beobachtet bzw. fotografiert werden. Dies funktionierte bei unserer Meteorkamera mit Hilfe eines konvex gewölbten Spiegels, welcher den gesamten Himmel abbildete – vom Horizont bis hinauf zum Zenit (siehe nebenstehendes Foto). Auch kann die Zeit nicht vorherbestimmt werden, in der ein Meteor sichtbar ist. Es können pro Nacht manchmal nur ein bis zwei „Sternschnuppen“ gesichtet werden, teilweise aber auch deutlich mehr. Um alle Meteore erfassen zu können machte die angeschlossene Kleinbild-Kamera in jeder Nacht genau eine Aufnahme auf Negativfilm – per Langzeitbelichtung. Am Abend, kurz nach Sonnenuntergang öffnete sich der Verschluss der Kamera und am Morgen, kurz vor Sonnenaufgang schloß er sich wieder. Erschienen in einer Nacht beispielsweise zwei Boliden, waren auf dem Foto zwei Strichspuren zu erkennen.

Mit den gewonnenen Aufnahmen des gesamten Meteorkamera-Netzes des DLR, welches sich über ganz Deutschland und einige angrenzende Länder erstreckte, konnte der ungefähre Einschlagsort des Meteoriten berechnet werden. Im Jahre 2002 wurde durch die Auswertung der Bilder des Meteorkamera-Netzes ein Meteorit im Süddeutschen Raum (nahe Schloss Neuschwanstein) gefunden.

Feuerkugel am 25.08.2019 (Foto: Meteorkamera der Sternwarte Hagen)
Feuerkugel am 25.08.2019 (Foto: Meteorkamera der Sternwarte Hagen)

Diese Archiv-Aufnahme unserer Meteor-Ortungskamera zeigt eine Feuerkugel rechts der Mitte als helle, unterbrochene Strichspur. Der auf der linken Seite leicht gebogene Strich ist die Bahn des Mondes. Grund dafür ist die Drehung der Erde, mit der sich ja auch die Kamera mitdreht. Während der stundenlangen Belichtungszeit bilden Mond und Sterne dann lange, sog. Strichspuren.